Wehnachtsoratorium

Das Weihnachtsoratorium kommt in jedem Jahr in vielen Gemeinden im adventlichen Berlin-Brandenburg meist als Teilaufführung zum Erklingen. Gleichzeitig merkt man aber auch, wie weit weg sich die heutige Zuhörerschaft von den Ritualen der Bachschen Zeit entwickelt hat. Denn 1734, als das Weihnachtsoratorium zum ersten Mal erklang, wäre es nicht vorstellbar gewesen, in der Adventszeit diese Musik zu spielen.

Der Advent galt als Einkehr und Buße - und die Musik hatte zu schweigem. Nach Fastenzeit und langer Askese wurde die Geburt Jesu am ersten Weihnachtstag umso prächtiger gefeiert. Johann Sebastian Bach komponierte dafür seine erste Kantate des Weihnachtsoratoriums -"Jauchzet! Frohlocket!"- und brach das Schweigen. Und weiter: Am zweiten Weihnachtsfeiertag erklang die zweite Kantate, für den 27.Dezember - der ursprünglich auch ein Feiertag war - komponierte Bach die dritte Kantate. Alle drei werden heute vom Kantatenchor gesungen.

Vor ein paar Jahren hatte der Kirchenkreis Neukölln es sich zur Aufgabe gemacht, die sechs Kantaten an ihren ursprünglichen Tagen aufzuführen. In der Martin-Luthe-Kirche erscholl in der Heimatkirche des Kantatenchores die zweite Kantate. Am Neujahrstag war die vierte in der Kreukirche Königs Wusterhausen zu hören. Die fünfte Kantate am folgenden Sonntag und die sechste Kantate am Heiligen Drei-Königs-Tag schlossen den Zyklus ab. Das war viel Arbeit und Fahrerei für die Organisatoren, Orchester und Solisten. Die Chöre der jeweiligen Kantoreien fühlten sich aber gut aufgehoben bei dieser Konzertreihe.

Und tatsächlich erfuhr man als Chorist und Zuhörer bei dieser Aufführungspraxis so etwas wie echtes Weihnachtsgefühl, jenseits von Konsumfülle, Stress und Termindruck. Denn die Musik von Johann Sebastian Bach zwang einen geradezu inne zu halten - egal, ob als Sänger oder Besucher in den gastgebenden Kirchen. Die mitreißende Fröhlichkeit, der ansteckende Optimismus der Kantaten lässt jeden aufhorchen. Und man bekommt etwas klanglich erzählt von Hoffnung, Dank, Sehnsucht, Erfüllung, Bitten und Schmerz. Bach hat diese Emotionen in eine Fülle musikalischer Formen verpackt : Motetten und Hymnen, Hirtenmusik und Wiegenlied, große Chorfugen und Soli erklingen; dazu das Ganze auch noch in unterschiedlichen Tonarten und Besetzungen. Bachs Weihnachtsoratorium ist dabei jedoch nicht plakativ oder gar manieriert, sondern sehr sinnlich und voller Sinn: denn Weihnachten ist das Sinnlichste aller Feste und der Sinn der Heilsgeschichte selbst.

Lassen Sie uns also wieder einmal das Weihnachtoratorium erleben zu Aufbruch und Erneuerung.

Daniela Wenk

Karten erhalten Sie in den üblichen Vorverkaufsstellen und hier in Onlineshop

Das sagt die Presse


Wir benutzen Cookies, um unsere Internetseite und Ihr Besuchserlebnis zu verbessern. Es wurden bereits Cookies auf IIhrer Seite abgelegt. Um mehr über Cookies herauszufinden und wie Sie sie löschen können, klicken sie bitte hier..

  Ich akzeptiere Cookies von dieser Seite.
EU Cookie Directive Module Information